1. Druck, Druck, Leistungsdruck

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Leistung, Stress und Leistungsdruck? Was der Druck mit uns macht.

Häufig liest man, dass ein gewisser Stress gut für die Leistung der Mitarbeiter eines Unternehmens sei, da Diamanten ja auch nur unter großem Druck im Erdreich entstünden. Diese, zugegebenermaßen etwas platte Metapher beschreibt eine recht weitläufig verbreitete Annahme, dass mit erhöhtem Stress in einem Unternehmen auch eine Produktionssteigerung in selbigem einherginge. Gerne wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Eustress“, also positiver Stress, herangezogen. Aber ist es tatsächlich so? Erhöht Stress tatsächlich nachhaltig unsere Leistung, oder macht man es sich mit dieser Annahme vielleicht etwas zu einfach?

Das Trockene vorweg, die Stresstheorie

Zunächst muss man hier erstmal eine kleine Begriffsbestimmung vornehmen, da jeder eine gewisse Vorstellung davon hat, was Stress ist, man es aber teils recht schwer in Worte fassen kann. Ferner gibt es eine Menge an genutzten Wörtern, die für Stress oder seine Bestandteile stehen, es ergibt also Sinn, hier vorab etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Wissenschaftlich etabliert hat sich, „Stress“ als den gesamten Prozess der Stressreaktion, also der Reaktion des Körpers auf einen gewissen Stressor (=Auslöser) zu betrachten. Diese Stressoren können sehr vielfältig sein, im Arbeitskontext sind es häufig Zeitdruck oder soziale Konflikt. Man unterscheidet hier zwischen sogenannten „challenge stressors“ und „hindrance stressors“. „Challenge stressors“ sind eher als eine Art Herausforderung zu betrachten, die zwar ein zusätzliches Maß an Anstrengung erfordern, jedoch meist als gut bewältigbar wahrgenommen werden. Ein Beispiel hierfür ist Zeitdruck, der die Aufgabe nicht potentiell unmöglich, aber doch herausfordernder macht.  „Hindrance stressors“ hingegen, werden als nicht oder schwer bewältigbar empfunden und sind beispielsweise etwas wie Rollenkonflikte oder organisatorische Probleme der Arbeit, die ein Fortkommen erheblich behindern. Grundsätzlich erfordern Stressoren immer Anstrengung, verbrauchen also immer Energie.

Stress und Gesundheit – wie geht das zusammen?

Welchen Einfluss haben also diese Stressoren auf unser Leben und unsere Gesundheit auf der Arbeit? Ein Modell, welches versucht diese Frage zu beantworten, ist das „Job-Demands Job-Ressources-Modell von Demerouti et al. (2001) und Schaufeli & Bakker (2004). Das Modell nimmt einen positiven Zusammenhang zwischen der Stärke von Stressoren und der Gefahr eines Burnouts an, sprich, je stärker und zahlreicher die Stressoren, die auf eine Person wirken, desto höher ist die Gefahr der Person an einem „Burnout“ zu erkranken. Ferner nimmt das Modell an, dass sogenannte Arbeitsplatzressourcen sich negativ auf die Gefahr eines Burnouts niederschlagen und sich dementgegen positiv auf die Arbeitsmotivation auswirken. Unter Arbeitsplatzressourcen versteht man die Aspekte der Arbeit, die dazu führen können, dass Stress reduziert wird. Dieses Modell unterstützt die Annahme, dass Stressoren stets Anstrengung und damit Energie kosten.

Soweit, so den meisten bekannt. Wie steht es nun also um die Leistung? Da ergibt es ja zunächst mal Sinn, sich zu fragen, wie es denn absolut um das Verhältnis von Leistung und Stress bestellt ist. Beeinflussen sich diese beiden Komponenten gegenseitig?

Diamanten entstehen unter Druck?

In einer Laborstudie von Searle, Bright & Bochner (1999) wurde genau das untersucht. Aufgabe der Teilnehmer war es, Briefe zu sortieren. Dann wurden die Stressoren manipuliert. So konnten die Wissenschaftler beeinflussen, wie viel Zeit die Teilnehmer pro Brief zum sortieren hatten und konnten ebenfalls die Zielvorgabe an zu sortierenden Briefen verändern und so den Stress der Teilnehmer beeinflussen. Es zeigte sich, dass unter hohem Stress zwar tatsächlich mehr Briefe sortiert wurden, das Volumen der verrichteten Arbeit also stieg, insgesamt aber auch mehr Fehler gemacht wurden und die Teilnehmer ihre eigene Leistung mit steigendem Stress zunehmend schlechter bewerteten. So gesehen erhöhte also hoher Stress in dieser Studie tatsächlich die Leistung.

Ein weiteres Modell, welches sich mit dieser Frage beschäftigt, ist das Modell der kompensatorischen Leistung nach Hockey. Hier wird angenommen, dass Personen unter Stress einen Leistungsabfall vermeiden wollen und deswegen eine Priorisierung der zu erledigenden Arbeit vornehmen. Personen fokussieren sich auf die primären Aufgaben ihrer Arbeit, welche meist quantitativer Natur sind, und investieren die meiste Anstrengung in diese. Folglich werden andere Aspekte der Arbeit vernachlässigt, in diesem Fall etwa die Qualität und Sicherheit, aber auch andere sekundäre Aspekte. Diese Vernachlässigungen führen dann, notwendigerweise zu Leistungseinbußen in diesen Bereichen. 

Hier gehts zu Teil 2!

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