0. Psychologische Bildung

Lesezeit: 2 Minuten

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Warum aber Speicherplatz für psychologisches Wissen frei machen? Ganz einfach, weil psychologische Bildung wichtig ist. Warum? Das zeigen wir dir in der nächsten Zeit an verschiedenen Beispielen, heute mit dem Thema…

Was hat das Tragen eines Fahrradhelms mit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 in New York zu tun? Seid bereit für eine spannende neue Perspektive

 

Wie man sich entscheidet

Du und ich, wir alle treffen über 20.000 Entscheidungen täglich. An viele Entscheidungen, die ich gestern getroffen habe, kann ich mich jetzt schon nicht mehr erinnern. Dich kann ich danach auch nicht fragen, weil ich täglich meine ganz eigenen Entscheidungen treffe, mir eigene Gedanken mache und meinen eigenen Gefühlen ausgesetzt bin. Genau wie du.

Wie und welche Entscheidungen wir treffen ist manchmal rein intuitiv, wie viele sagen “aus einem Bauchgefühl heraus”. Bauchgefühl-Entscheidungen haben einen guten Ruf: “Wenn du nicht weiter weißt, dann hör einfach auf dein Bauchgefühl”. Häufig ist das auch der richtige Weg, wie eine Studie zeigt: 85 erfahrenen Handballspielern wurden Szenen aus professionellen Spielen präsentiert. Einmal sollten sie spontan – aus einem Bauchgefühl heraus – entscheiden, welchen Spielzug sie machen. Und einmal hatten sie Gelegenheit für eine genaue Analyse und 45 Sekunden Überlegungszeit. Es zeigte sich: Erstere, Bauchgefühl-Entscheidungen waren weitaus besser.[1] Also, immer aus dem Bauchgefühl heraus entscheiden, oder? Lieber nicht.

Die Crux mit der Sicherheit

Entscheidend ist bei der Studie: Die intuitive Entscheidung basierte auf jahrelanger Erfahrung, auf der Kompetenz der Entscheider. Manchmal werden Bauchgefühl-Entscheidungen aber auch – ob bewusst oder unbewusst – aus Angst getroffen. Angst vor einer bestimmten Vorstellung oder nur Angst vor einem Gefühl. Ohne jahrelange Erfahrung oder tatsächliche Kompetenz. Hier ein Beispiel: Eine logische Schlussfolgerung aus der Angst, Opfer eines Fahrradunfalls zu werden, ist das Tragen eines Schutzhelmes.

Unser Bauchgefühl sagt uns erstmal deutlich, “jetzt fahren wir viel sicherer”. Wir fühlen uns besser. Aber wie ist die Faktenlage: Fährt man auch sicherer? Um es geradeheraus zu sagen: Nicht unbedingt. Denn Schutzausrüstungen führen zu einer erhöhten Risikobereitschaft.[2] Warum das denn jetzt bitte?

Gefährlicher Bauch?

Durch das schützende Gefühl auf unserem Kopf fahren wir eher leichtsinniger, probieren Moves und Fahrmanöver aus, an die wir vorher noch nie gedacht haben.[3] Der gegenteilige Effekt also, ausgelöst aus einer Entscheidung, die intuitiv war. Die Angst führt zu einer potenziell gefährlichen, unbewussten Konsequenz. Im Falle des Fahrradhelms ist diese Konsequenz nur geringfügig gefährlich und es lässt sich klar sagen: Prinzipiell ist sie richtig – tragt also einen Fahrradhelm, es ist am Ende trotzdem sicherer (mehr Infos siehe Fußnote[4])!

Gehen wir aber mal einen Schritt weiter. Intuitive und sogenannte Bauchgefühl-Entscheidungen werden bei uns auch bei weitaus angstauslösenderen Ereignissen getroffen. So können auch Anschläge und Terror irrationale psychologische Folgen nach sich ziehen, die in die falsche Richtung schlagen können – wie ihr in Teil 2 lesen könnt.

 

Hier gehts zu Teil 2!

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