Wie du es schaffst, wirklich etwas in deinem Leben zu verändern

Neujahr 2022. Du hast dieses Ziel. Schon seit Jahren. Aber diesmal, willst du es wirklich umsetzen. Deine Motivation ist zu 100% da. Und dann ziehst du die erste Woche durch. Und die zweite Woche. Und in der dritten Woche merkst du schon, dass es immer schwieriger wird, es durchzuziehen, weil das Leben einfach dazwischenkommt. Wie oft hast du diesen Prozess schon durch? Manchmal kann das wirklich entmutigend sein.

Aber wir haben heute eine gute Nachricht an dich: Genauso, wie die Natur bestimmten Regeln folgt, folgt auch das menschliche Verhalten bestimmten Regeln. Und wenn wir uns diese Regeln bewusst machen, können wir sie für uns nutzen.

Die erste Regel, welcher unser Verhalten folgt, ist: Dass alles was wir tun, ein größeres Ziel verfolgt. Hinter beinah allem, was wir tun, steckt eine bestimmte Intention. Diese kann uns bewusst sein oder für uns im Verborgenen liegen. Um das etwas klarer zu machen, möchte ich die Geschichte von Ella mit dir teilen: Ella hat das Ziel weniger Süßigkeiten zu essen, aber immer wenn sie auf dem Sofa sitzt, hat sie dieses Verlangen nach Schokolade oder Eis. Würde die Geschichte hier schon enden, könnten wir sagen: „Super, jetzt hat Ella ein Ziel. Dann ist ja alles klar.“ Aber so einfach ist es nicht. Oft ist uns schon klar, was unser Ziel ist, aber uns unserem Ziel entsprechend zu verhalten ist dann eben eine andere Sache. Ella isst eben auch weiterhin gerne Schoki oder Eis, wenn sie auf dem Sofa sitzt. Und wie hängt das jetzt damit zusammen, dass alles was wir tun ein größeres Ziel verfolgt? Warum streben wir eine Sache an und verhalten uns dann komplett entgegengesetzt? Das liegt daran, dass auch dieses Verhalten wiederrum einen Grund hat. Bei Ella ist dieser Grund Folgender: Sie möchte sich zum Abschluss des Tages belohnen. Fällt dir ein Grund ein, warum du etwas tust, obwohl du genau das Gegenteil anstrebst? (Schreibe deine Gedanken dazu gerne auf, du wirkst merken: Es ist unglaublich hilfreich Gedanken aus dem Kopf aufs Papier zu bringen.)

Die zweite Regel ist: Wir knüpfen unsere Verhaltensweisen an bestimmte Umgebungsreize. Diese wiederrum dienen unserem Unterbewusstsein als Erinnerung für unser Ziel. Vielleicht kennst du das aus deinem Alltag, dass du dir beispielsweise einen Brief in die Nähe deines Hausschlüssels hinlegst, damit du dich daran erinnerst, ihn in den Briefkasten zu werfen, wenn du das Haus verlässt. In diesem Fall hättest du bewusst deinen Umgebungsreiz als Hinweis ausgewählt, aber tatsächlich haben wir in unserem Alltag tausende Reize, die unser Unterbewusstsein an etwas Bestimmtes erinnern. Bei Ella ist ihr Umgebungsreiz das Sofa zusammen mit einer gemütlichen Abendstimmung. Wann immer diese beiden Aspekte erfüllt sind, erinnert sie sich automatisch daran, dass sie sich ja nun etwas gönnen könnte. Und bald darauf, greift sie schon zur Schokolade. Wenn du an etwas denkst, was du gerne in deinem Leben verändern willst – gibt es bestimmte Umgebungsreize, die dich dazu animieren, das Gegenteil von dem Verhalten auszuführen, was du anstrebst? Das können beispielsweise Dinge, wie ein McDonalds direkt vor deinem Haus sein. Es kann sich aber auch um bestimmte Gedanken handeln, die du dir kurz vorher selbst sagst, wie beispielsweise „Ach das ist nicht so wichtig.“ oder „Morgen ist ja auch noch ein Tag“. Schreibe auf, welche Umgebungsreize dich von deinem gewünschten Verhalten abbringen.

Die dritte Regel, welche unser Verhalten bestimmt, ist: Dass unsere Umgebungsreize uns daran erinnern, welches Verhalten wir gewohnheitsmäßig durchführen. Dieser Prozess läuft oft unterbewusst ab. Wenn du beispielsweise auf deinem Schreibtisch einen extra Platz für Briefe hast, welche noch nicht bearbeitet sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du auch beim nächsten Mal, wenn du dich mit einem Brief an den Schreibtisch setzt, dich daran erinnerst, dass du ihn ja auch auf den Platz für die anderen Briefe legen kannst, anstatt ihn direkt zu beantworten. An sich sind Umgebungsreize nichts Negatives. Sie werden uns nur zum Nachteil, wenn sie uns an Verhaltensweisen erinnern, welche wir nicht mehr durchführen wollen. Genau hier entsteht dann der Moment, an dem wir unser Ziel kennen, aber unser Verhalten davon abweicht. Diesen Kreislauf können wir durchbrechen, indem wir uns das bewusst machen, was im Unterbewusstsein abläuft. Was ist deine gewöhnliche Reaktion auf deine Umgebungsreize? Wie hast du in Vergangenheit meistens reagiert?

Die vierte Regel besteht daraus, dass uns das Verhalten anzieht, welchem wir gewohnheitsmäßig nachgehen. Unser Organismus liebt alles, was wir bereits kennen und verhält sich auch gerne so, wie er es in Vergangenheit getan hat. Doch zum Glück sind wir keine Sklaven unseres Organismus, sondern verfügen über unseren Verstand. Somit haben wir auch die Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Und die Lösung des Problems ist: Bewusst-Werden.

Quellen

  • Wood, W., & Rünger, D. (2016). Psychology of habit. Annual review of psychology, 67, 289-314. https://doi.org/10.1146/annurev-psych-122414-033417

Follow us on Instagram

Wie gut hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Teile diesen Artikel:

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on reddit

Diese Artikel könnten dich auch interessieren:

Schlaf Teil 1: Was ist eigentlich “guter” Schlaf?

Jede*r hat eine Vorstellung davon, wie der Schlaf sein sollte. Solche Annahmen basieren aber leider oft auf Mythen, die so nicht immer stimmen. Hier könnt ihr erfahren, wie ein normaler Schlaf eigentlich ablaufen sollte und was wirklich hinter bekannten Mythen steckt.

Read More »

Videospiele machen uns zu Amokläufern – oder?

Videospiele, Filme, Serien, … all das nutzen immer mehr Menschen tagtäglich. Und in vielem davon kommt Gewalt oder Aggression vor. Immer wieder hört man, dass Videospiele oder gewalthaltige FIlme aggressiv machen und unter anderem für Amokläufe verantwortlich sind. Was daran wirklich dran ist könnt ihr hier erfahren.

Read More »

Wie Depressionen entstehen und welche Rolle Angehörige dabei spielen

Im Gegensatz zu einem gebrochenen Bein kann eine Depression meist nicht auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel aus verschiedenen Einflüssen, wie beispielsweise der Genetik, Umweltfaktoren und kognitiven Denkstilen, welche das Risiko erhöhen, an einer Depression zu erkranken. Zum einen kann eine genetische Veranlagung bestehen, welche zu einem erhöhten Risiko führt, eine Depression zu entwickeln. Andererseits wirken Faktoren aus unserer Umwelt auf das Risiko einer Erkrankung ein. So kann es beispielsweise traumatische Ereignisse im Leben geben, die eine Erkrankung zur Folge haben.

Read More »

Schreibe einen Kommentar